Andy Ebsen schreibt auf seiner Website über Musikgeschäfte. Nicht über sein eigenes – über das Ökosystem generell. Über die Pinnwand im Laden, die Musiker-sucht-Musiker-Zettel, die Bands, die dort ihren Anfang nahmen. Und er zitiert einen Aushang, den er offenbar nicht vergessen hat: „Melodiöse Hardrockband mit sozialkritischen Texten sucht trinkfesten Sänger mit hoher Spandex- und Haarspraykompetenz.“ Wer sowas aufschreibt, hat ein Gespür dafür, was diese Szene zusammenhält. Das ist kein Zufallsfund.
Die Effektboutique gibt es seit 2010. Ostfildern, zehn Minuten südöstlich von Stuttgart. Kein Großstadtladen mit Schaufenster und Laufkundschaft, sondern ein auf Effektpedale spezialisierter Versandhandel, der sich bewusst auf kleine und besondere Hersteller konzentriert. Hersteller, mit denen Ebsen und sein Team persönlichen Kontakt halten.
Das Sortiment hat Breite und Tiefe. Chase Bliss Audio, Fairfield Circuitry, Earthquaker Devices, Death By Audio, Crazy Tube Circuits, Meris, Empress Effects, Animal Factory, Beetronics – Hersteller, bei denen jedes Pedal eine eigene Geschichte hat. Dazu kommen Namen, die dir möglicherweise noch nicht begegnet sind: Lastgasp Art Laboratories, Demedash Effects, Bleak District Electric, Industrialelectric. Einige davon gibt es in Deutschland exklusiv hier. Neben Pedalen führt die Effektboutique auch einige ausgewählte Gitarren von Nash, Reverb, Sandberg und Magneto sowie alles, was für ein funktionierendes Pedalboard nötig ist – Netzteile von Cioks, Kabel von Lava Cable.
In Ostfildern hat die Effekt-Boutique einen Showroom. Nicht täglich und nur nach Termin – aber wer ernsthaft vergleichen und anspielen will, hat diese Möglichkeit. Der Rest läuft über den Shop, klimaneutral per DHL Go Green nach Deutschland und in die Schweiz.