Kloppmann Electrics – Stuhr bei Bremen

Über Kloppmann Electrics

Die Geschichte fängt mit vier Wickelmaschinen an, die eigentlich auf den Müll sollten. Als Siemens Anfang der 80er das Spulenwickeln aus dem Lehrplan strich, rettete ein Kollege von Andreas Kloppmanns Vater eine der Maschinen vor der Entsorgung. Der junge Andreas, der zu dieser Zeit schon in der Bremer Gitarrenbox Pickups auseinandernahm und Resonanzkurven per Hand auf Millimeterpapier zeichnete, bekam sie auf den Tisch gestellt. Das war 1983. Dieser Gitarrenladen in Stuhr bei Bremen schickt heute rund 200 Pickup-Sets pro Monat in die Welt.

Andreas wollte nicht einfach Pickups bauen – er wollte verstehen, warum bestimmte Pickups so klingen, wie sie klingen. Warum klingt der eine Pickups nicht gut, während der andere genau dieses Gefühl von Beano-Blues erzeugt? Die Antwort steckt in den Frequenzkurven. Er sammelte jahrzehntelang Messdaten von 50er- und 60er-Jahre-Pickups, ließ irgendwann sogar einen Original-PAF-Magneten beim Fraunhofer Institut analysieren, um die genaue Metallmischung zu kennen, und ließ sich danach eigene Magnete nach diesen Spezifikationen anfertigen. Dieses Niveau an Genauigkeit gilt bis heute für jeden einzelnen Tonabnehmer, der die Manufaktur verlässt.

Offiziell eingetragen wurde die Firma Kloppmann Electrics am 2. Februar 2002. Begonnen hatte es in einer 18-Quadratmeter-Dachkammer mit Wickelmaschine, Paraffinbad und Messanlage – die Amps standen im Wohnzimmer unten. Heute arbeitet Andreas mit sechs Mitarbeitern in eigenen Räumlichkeiten, die neben der Produktion auch einen Showroom und eine voll ausgestattete Werkstatt beherbergen. Gewickelt wird noch immer von Hand, jeder Pickup bekommt eine Produktionsnummer und eine archivierte Frequenzkurve.

Sortiment & Spezialisierung

Das Pickup-Programm dieses besonderen Gitarrenladens reicht von Tele-Sets, die die frühen Fender-Konstruktionen aus den 40ern und 50ern nachbilden (BC49, TL50), über Strat-Klassiker verschiedener Epochen (ST56, ST60, ST Real 62) bis zu PAF-Humbuckern, von denen das HB59 besonders gefragt ist. Sein persönlicher Favorit unter den eigenen Modellen ist das TL60, das er als „quasi aus meiner 61er Esquire rausgesaugt und nachgestellt“ beschrieben hat. Dazu kommen P-90-Sets, Bass-Pickups und Signature-Modelle für Gitarristen wie Thomas Blug, Peter Weihe und Marcus Deml.

Unter dem Label Kloppmann Selected gibt es außerdem handverlesene Gitarren, Verstärker und Effekte zu kaufen – manchmal aufgerüstete Gebrauchtinstrumente, gelegentlich auch Kommissionsware. Das Angebot wechselt und ist direkt online bestellbar.

Highlights & Services

  • Pickup-Beratung direkt mit Andreas: Wer mit seinem Sound unzufrieden ist, bekommt hier echte Hilfe. Andreas überprüft zuerst alle anderen Stellschrauben – Potis, Kondensatoren, Verkabelung – bevor überhaupt über neue Pickups gesprochen wird.
  • Handgewickelte Pickups mit vollständiger Dokumentation: Jeder Tonabnehmer entsteht an einer Wickelmaschine aus den 60ern, wird per Frequenzkurve vermessen und bekommt eine eigene Produktionsnummer. Den Messkurven-Ausdruck gibt es auf Anfrage dazu.
  • Showroom und Werkstatt in Stuhr: Gitarren-Setup, Reparaturen und Amp-Modifikationen durch das eigene Team vor Ort. Der Showroom dient auch als Bühne für kleinere Konzerte.
  • Kloppmann Selected Shop: Im Online-Shop gibt es handverlesene Instrumente und Equipment, die Andreas persönlich zusammenstellt. Das Angebot wechselt regelmäßig.

Hinweis: Diese Informationen stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Öffnungszeiten und Kontaktdaten können sich ändern – bitte prüfe aktuelle Infos auf der Händler-Website. Händler können jederzeit eine Korrektur oder Löschung über unser Kontaktformular beantragen.

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