Das Musicland ist der Gitarrenladen Albstadts, an dem in Süddeutschland kaum ein Musiker vorbeikommt. Hans-Werner Herter hat ihn 1973 in einer kleinen Nebenstraße in Tailfingen aufgemacht – er spielte selbst Gitarre in einer Rockband, kannte die Szene und wusste, was Musiker wirklich brauchten. Der nächstgelegene halbwegs brauchbare Laden stand in Stuttgart. Herter traf einen Nerv. Der Laden füllte sich schnell, Herter zog zweimal um, und 1988 bezog das Musicland das Gebäude in der Eisenbahnstraße, in dem es bis heute zu finden ist.
Auf rund 2000 Quadratmetern hat jede Instrumentengruppe ein eigenes Stockwerk. Eine Etage für Gitarren, eine für Schlagzeuge, eine für Tasteninstrumente, eine komplett für Blasinstrumente.
Das Gitarrensortiment reicht von Ibanez und Fender in der 500- bis 800-Euro-Klasse bis zu Custom-Shop-Strats jenseits der 5000 Euro. Dazwischen Taylor-Akustiker, PRS-Signaturen, Maybach-Les-Pauls und ein Fender-Jazz-Bass von 1980.
Schon früh richtete Herter ein professionelles Tonstudio im Haus ein, das Musicland Tonstudio. Neben deutschen Musiker buchten es auch Jazzmusiker aus den USA für Schallplattenaufnahmen. Nach einer Umbauphase wurde es 2006 wiedereröffnet. Gelegentlich traten im Laden auch bekannte Gäste auf. Curt Cress, Session-Drummer für Passport und Ike & Tina Turner, gab dort einmal eine halbstündige Kostprobe seines Könnens – gut 60 Schlagzeuger saßen auf dem Boden vor ihm.
Im Musicland arbeiten in der Regel Leute, die selbst spielen. Gitarren werden vor dem Verkauf auf Bespielbarkeit geprüft, die Saitenlage eingestellt, auf Wunsch modifiziert. Kaufst du ein Drumset, wird es aufgebaut und gestimmt, bevor du es mitnimmst.
Obwohl Albstadt für viele nicht um die Ecke liegt, findet man viele Stammkunden. Es gibt Läden, zu denen man auch mal eine Stunde fährt. Das Musicland ist seit 50 Jahren einer davon.