Über Phantom Guitars & Basses
Manche Gitarrenbauer werden durch ein Lehrbuch geprägt. Eduard Tüske wurde es durch einen Konzertabend. 1976, beim Auftritt von Ritchie Blackmore’s Rainbow in der Kölner Sporthalle, landete der zerstörte Body einer weißen Fender Stratocaster direkt in seinen Armen. Für diesen Body brauchte er jetzt einen Hals, also baute er einen – aus Ahorn, ohne Stahlstab, mit Hilfe seines Vaters. Der Hals funktionierte, die Gitarre lies sich spielen, und damit waren für Tüske die ersten Schritte in Richtung Gitarrenbau gemacht.
Heute, fast 50 Jahre später, betreibt Tüske in Köln-Zollstock eine der eigenständigsten Gitarrenwerkstätten im Rheinland. Phantom Guitars & Basses ist ein Ein-Mann-Betrieb, und das ist ausdrücklich das Konzept. Jeder Hals, jeder Korpus, jedes Griffbrett, jedes Perlmuttinlay entsteht hier in der Werkstatt – das gilt auch für die Tonabnehmer, die Tüske selbst wickelt, um sie exakt auf den jeweiligen Korpus abzustimmen. Im Hals stecken Kohlefaserstäbe, die er zwar verbaut, deren genaue Anordnung er aber lieber für sich behält.
Sortiment & Spezialisierung
Phantom Guitars hat kein klassisches Sortiment von der Stange – hier gibt es Modelle, die Tüske selbst entwickelt hat und auf Bestellung baut. Das Flaggschiff unter den Bässen ist der Mephisto, ein Instrument mit Eschekorpus, Ahornhals und Music-Man-Tonabnehmer, das seit den frühen Phantom-Jahren kaum verändert wurde. Wer mehr Flexibilität braucht, findet im XTC-Bass ein Instrument mit drei Tonabnehmern, das die Sounds eines Jazz Bass, Precision Bass und Music Man in einem einzigen Griffbrett vereint – möglich durch präzise berechnete Tonabnehmer-Positionen, die Tüske über längere Testreihen mit verschiedenen Bassisten ermittelt hat.
Bei den Gitarren steht die Phantom Deluxe im Mittelpunkt: eine Form irgendwo zwischen Les Paul und Tele, aber mit der Geometrie und dem Tragekomfort einer Stratocaster – inklusive Armrest, der sich direkt in den Korpus fräst. Daneben gibt es die Slimline, eine Semi-Akustik ohne F-Löcher mit aktiver Mittenparametrik, die von cleanen Jazzklängen bis zu fetten Hi-Gain-Sounds reicht. Wer das Tremolo liebt, schaut sich die Stratus an – mit Locking-Mechaniken und echtem Vibrato-System.
Alle Instrumente entstehen auf Bestellung. Es handelt sich um Einzelanfertigungen, keine Serienproduktion.
Highlights & Services
Neben dem Neubau bietet Tüske einen vollständigen Reparatur- und Modifikationsservice. Das Abrichten von Bünden kostet je nach Halstyp zwischen 90 und 100 Euro, eine komplette Neubundierung in Palisander liegt bei 280 Euro, in Ahorn bei 300 Euro. Wer auf Edelstahl umsteigen möchte, zahlt 90 Euro Aufschlag – dafür hält das Material gut 25 Jahre. Ein Fernandes Sustainer lässt sich für 680 Euro inklusive Fräsung und Elektronik einbauen.
Wer ein Instrument sucht, das genau so gebaut ist, wie er es braucht – von der Mensur bis zur Bundierung – ist bei Phantom Guitars richtig.
So erreichst du die Werkstatt
Die Werkstatt liegt in Köln-Zollstock, gut erreichbar mit dem Auto und nicht weit vom Süden der Innenstadt entfernt. Unter der Woche ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet, samstags nach telefonischer Absprache. Ein Anruf vorher ist grundsätzlich empfehlenswert – Tüske arbeitet alleine, und eine kurze Absprache stellt sicher, dass er auch da ist.
Adresse: Theophanostr. 24, 50969 Köln – Zollstock Telefon: 0221 – 360 27 84 / 0157 – 895 90 193 Öffnungszeiten:Mo.–Fr. 10:00–18:00 Uhr, Sa. nach telefonischer Vereinbarung Website: phantom-guitars.de