Stefan Richter kommt aus Griechenland, hat in Mannheim Schreiner gelernt und die Gitarrenbau-Ausbildung 2011 in Weingarten bei Ravensburg gemacht – bei Andreas Dill und Franziska Kössl, von klassisch über elektrisch bis zu akustischen Bässen. 2013 schloss er seine Prüfung im Zupfinstrumentenhandwerk als einer der Besten seines Jahrgangs ab und bekam dafür den Bayerischen Staatspreis. Seit 2015 hat er seine eigene Werkstatt in Schwetzingen.
Stefan hat zusammen mit dem Chemiker Michael Kalbe Instrumente gebaut, bei denen der Korpus aus gepresstem Kaffeesatz besteht – thermoplastischer Binder, Formaldehyd-frei, 85 Prozent Kaffeesatz, 15 Prozent Kleber. Auf dem Guitar Summit 2022 war das zu sehen und anzufassen. Das Gewicht stimmt, die Dichte kommt an Tropenhölzer heran, der Sound funktioniert. Dazu kommen eine Mittellage aus recycelten Bambus-Essstäbchen, ein Griffbrett aus gepressten Obstkisten-Pappel mit der Dichte von Ebenholz und ein Handlauf einer lokalen Klinik, der sonst in der Verbrennungsanlage gelandet wäre.
Die Hardware kommt trotzdem von Schaller, die Pickups von Häussel, die aktive Elektronik von Noll. Beim Zeus-Bass hat Stefan speziell angefertigte Häussel-Tonabnehmer in passenden Holzgehäusen verbaut, dazu eine fein abgestimmte aktive Schaltung. Der Cháron ist ein Subkontra-Bass mit Fächerbundierung, der eine Oktave tiefer klingt als ein normaler Bass. Die Saiten hat er für dieses Instrument entwickeln lassen, weil es keine gab, die für dieses Instrument geeignet waren.
Daneben gibt es auch Gitarren ohne Kaffeesatz. Die Richtercaster ist seine Version der Strat, ausschließlich aus deutschen Hölzern. Die Bluesbird entstand auf Kundenwunsch und ist inzwischen festes Programm. Sie sieht aus wie eine Metalgitarre und singt wie ein Bluesbird.
Falls du ein kaputtes Instrument hast: Halsbrüche, Stegablösungen, Bundarbeiten, Floyd Rose, elektrische Probleme – Stefan nimmt alles an. „Richter richtet’s“ steht auf der Website.
Außerdem veranstaltet er Setup-Workshops. Ein Tag, neun bis fünfzehn Uhr, du bringst deine eigene Gitarre mit und lernst, sie selbst einzustellen. Halsspannstab, Saitenlage, Intonation, Sattelkerben feilen, Bünde polieren – du lernst alles, was du brauchst, um hinterher nicht mehr in die Werkstatt zu müssen. Das Ganze kostet 285 Euro inklusive Material.
Wer mieten möchte, zahlt fünf Prozent des Kaufpreises im Monat, mindestens sechs Monate, mit Kaufoption. Das ist für alle gedacht, die erst ausprobieren wollen, bevor sie kaufen.
Die Werkstatt ist in der Borsigstraße 1a in Schwetzingen, eine halbe Stunde von Mannheim oder Heidelberg.