Eine 1965er Fender Jaguar bei Brussels Vintage Guitars in Brüssel gehörte einmal Ernie Terrell.
Terrell war Schwergewichtsweltmeister – und der Gegner, den Muhammad Ali im Februar 1967 den gesamten Kampf über mit „What’s my name?!“ traktierte, weil Terrell hartnäckig bei „Cassius Clay“ geblieben war. Terrell war aber auch Musiker. Er trat als Sänger und Gitarrist mit seiner Band Ernie Terrell and the Heavyweights auf und arbeitete nach dem Boxen als Produzent in Chicago. Sein Neffe übernahm die Gitarre nach Terrells Tod, Brussels Vintage Guitars hat sie jetzt.
Das Instrument ist ein frühes CBS-Übergangsmodell aus dem Oktober 1965. Der Halsstempel lautet 1OCT65B. Die Kombination aus Halsbinding und pearloid Punkt-Inlays markiert den kurzen Zeitpunkt, bevor CBS die Block-Marker einführte. Alle Lötpunkte sind unberührt, die Stackpole-Pots tragen die Datierung 304-6545 (Woche 45/1965), Pickups und Mechaniken sind original. Der einzige Eingriff ist ein professionell ausgeführter Refret.
Am Bass-seitigen Halsbinding zeichnet sich ein blasser Schatten ab, wo jahrzehntelang ein Klebestreifen Bundpositionen markierte. Er wurde irgendwann entfernt, ohne den Lack zu beschädigen; die Verfärbung blieb.
Der Jaguar war 1962 als Fenders Top-Modell eingeführt worden, mit 24-Zoll-Mensur, komplexem Schalt- und Tremolo-System, bei Surf-Musikern geschätzt. Er rangierte früh etwas außerhalb des Mainstreams, was seine Anhängerschaft in den späteren Jahrzehnten unter Alternative- und Indie-Gitarristen erklärt. Dass ein Schwergewichtsweltmeister und Musiker aus dem Chicago der 1960er Jahre eine spielte und das Instrument über Jahrzehnte weitergegeben wurde, gibt der Gitarre eine interessante Biografie.