Eine 2024er Gibson Dove Original Vintage Cherry Sunburst ist im Gibson Demo Shop gelistet. Die Dove gehört seit 1962 zu den klassischen Gibson-Flat-Tops, steht aber beständig im Schatten der Hummingbird. Ihr Klangcharakter ist ein anderer: Ahorn an Boden und Zargen klingt straffer, schneller im Anschlag, mit mehr Projektion nach vorne als Mahagoni. Eine J-45 ist wärmer und runder. Wer auf einer kleinen Bühne ohne Mikrofon spielt, greift beispielsweise gerne zu einer Dove.
Das Instrument trägt den „Demo“-Stempel auf der Rückseite der Kopfplatte. Auf der Decke gibt es nahe der unteren Ecke auf der Diskantseite einen Lackschaden; die Zargen zeigen auf der Bassseite leichte Kratzer. Beide Stellen sind schriftlich festgehalten und fotodokumentiert. Gibson-Techniker haben das Setup gemacht, mitgeliefert werden Hartschalenkoffer und Demo-Shop-COA. Die eingeschränkte Herstellergarantie greift für alle Bereiche außer den beschriebenen Stellen.
Der Korpus aus geflammtem Ahorn und Sitka-Fichtendecke trägt eine Vintage-Cherry-Sunburst-Lackierung in Nitrocellulose. Das handbemalte und handgravierte Dove-Schlagbrett mit der eingelassenen Perlmutt-Taube hat eine Silhouette, die man in einer Gitarrenrunde sofort erkennt. Sattel und Untersteg aus Knochen, Palisander-Griffbrett mit Split-Parallelogramm-Einlagen, Grover-Keystone-Mechaniken in Nickel. Der LR Baggs VTC sitzt unter dem Steg und lässt sich über Volumen- und Tonregler im Schalllochrand einstellen – ein Undersaddle-Pickup, der den Eigenklang kaum einfärbt.
Das Demo-Exemplar kostet weniger als das reguläre Neugerät, die Mängel sind schriftlich beschrieben. Die Dove bekommt zwar weniger Aufmerksamkeit als ihre Gibson-Geschwister, ist jedoch einen Blick wert. Im Gebrauchtmarkt taucht sie deutlich seltener auf als Hummingbird oder J-45.